
Lesen Sie das vollständige Interview mit Arnold Mettnitzer in der KirchenBlatt-Ausgabe Nr. 8 vom 27. Februar 2025.
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Gelenkschmerzen, Hautrunzeln, Schwermut – das Älterwerden gilt im Allgemeinen nicht als Honigschlecken. Jetzt kommen Sie, lieber Herr Mettnitzer, und sagen: Ich liebe das Älterwerden!
Wie meinen Sie das?
Arnold Mettnitzer: Ich habe das Glück, ein Jahrzehnt in Rom gelebt zu haben. Da habe ich erfahren, dass der mediterrane Mensch mit größerem Respekt auf ältere Menschen schaut, als es in Österreich der Fall ist. Macht das Alter, wie der norwegische Erzähler Knut Hamsun sagt, „alt und sonst gar nichts“? In Italien habe ich gelernt: Das Alter ist die Transparenz des Lichts. Nie ist ein Menschenleben in den Augen der anderen so transparent wie im reiferen Alter. Die geronnene Erfahrung ist am deutlichsten sichtbar. Man sagt in diesem Zusammenhang auch: Mit dem Alter kommt die Weisheit. Wer aber aufmerksam älter wird, merkt, dass das Alter manchmal auch ganz alleine daherkommt. Das Alter per se ist noch keine Garantie für Weisheit. Aber ich weiß mich der südeuropäischen Sicht auf den Menschen verpflichtet, ihr verdanke ich viel.
Das vierte Gebot lautet, du sollst Vater und Mutter ehren. Weil die Jungen aber von den Älteren lernen, sollte der Aufruf vielleicht eher an die Älteren ergehen: Du sollst deine Kinder ehren. Denn dann lernen diese von klein auf, Respekt zu haben.
Mettnitzer: Ein Lernprozess ist immer die gegenseitige Bereitschaft, voneinander zu lernen und miteinander den Horizont zu erweitern. Insofern ist das vierte Gebot durchaus so zu verstehen, dass man Vater und Mutter dann am einfachsten ehren und wertschätzen kann, wenn die Eltern und Großeltern auch das Ihre dazu beigetragen haben, dass sie sich dieser Ehre und dieses Respekts würdig erwiesen haben. Es geht nicht von oben nach unten, sondern es geht im menschlichen Miteinander immer um Begegnung auf Augenhöhe, nicht um das Machtgefälle.
Für die Fastenzeit bereiten Sie eine Artikelserie vor mit sieben Liebeserklärungen an das Älterwerden. Wobei das Älterwerden ja nicht mit 50 oder 60 beginnt, sondern schon im Mutterleib…
Mettnitzer: Ich würde sogar sagen, vor der Wiege bis zur Bahre ist menschliches Leben ein voranschreitendes Älterwerden und Die-Zeit-Bewältigen...
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